Eine Ermutigung, den Wiederstand gegen Sex aufzugeben, stattdessen wohlwollend versuchen ihn zu begreifen, mit ihm zu experimentieren und ihm einen geheiligten Platz im Leben einzuräumen1 und sich auf die ganz persönliche Reise zu den Geheimnissen, die dahinter verborgen sind zu begeben. 

Ich wollte bereits als Kind immer alles wissen. Ich habe mich immer schon auf die Suche nach der Wahrheit, auf die Suche nach der Vollständigkeit des Wissens gemacht. So auch in Bezug auf Sex. Ich habe hier versucht das Thema Sex aus der Perspektive des Menschen, als Frau, als Gynäkologin, als Sexualtherapeutin, als Coach, als Mutter zu analysiern und zu begreifen. Das Thema Sex ist so unglaublich vielschichtig. Es ist mir klar, dass ich hier nur ein paar Aspekte ansprechen kann. Es steht jedoch jedem frei, sich selbst auf die Reise der Erkenntnisse zu begeben….

Kaum etwas, in unserer Welt ist mysteriöser und kaum etwas wird durch die eigenen Erfahrungen und die eigene Lebensgesschichte zu einem ganz individuellem Dilemmer. 

Die essentielle Frage jedoch ist, was ist eigentlich Sex? 

Sex ist. Genauso wie alles in der Natur, alles ist. Er ist Lebensenergie. Sex ist wertfrei, es ist nicht gut, nicht schlecht. Sex gehört zur Natur und nichts in der Natur ist schlecht. Er ist emotional neutral. Sex ist immer da. Wir sind sexuelle Lebewesen, anders als die Tiere, die zu bestimmten Zeiten im Jahr paarungsbereit sind, fliesst beim Menschen die Lebensenergie permanent. Durch einen Organsmus gelangt man ins Überbewusstsein, man tritt in die Zeit- und Ichlosigkeit ein. 

Sex wurde in den letzten Jahren in der westlichen Kultur zumindest von einer negativ behafteten Ebene auf eine sachliche gebracht. Immerhin gibt es keine feindseelige Abneigung mehr. In der Gesellschaft, wird er nicht mehr verurteilt, als schlecht abgetan oder es wird den Menschen eingeredet, man muss sich dafür schämen, so wie es früher war (Scham ist die negativste Energie die man haben kann im Leben). Der Zweck und die Absicht dahinter war, die Menschen unter Kontrolle zu haben, insbesondere die Frauen, jedoch auch die Männer.

Es ist jedoch unmöglich eine Naurkraft zu unterdrücken. Sex ist. Denn was man nicht offen tun kann, tut man heimlich, was man mit dem Körper tun kann, tut man eben mit dem Geiste2. 

Wie erleben wir alle, Kinder, Teenager, Erwachsene den Sex in der heutigen Zeit? Meine Tochter hatte vor einem Jahr in der 4. Klasse Volksschule Sexualunterricht. Sachlich wird er abgehandelt, was völlig o.k ist. Die Information ist nur nicht vollständig, die unsere Kinder erhalten, weil Sex viele Dimensionen beinhaltet, neben der von aussen beschreibenden. Der wichtigste Beitrag zur Entwicklung einer unbefangen Sexualität ist es, Kinder so oft als möglich nackt sein zu lassen und Nacktheit zuhause als selbstverständlich zu sehen, so dass es für sie normal und natürlich ist. 

Daneben gibt es Pornos.  Pornos zeigen verschiedene Möglichkeiten aus vorwiegend männlicher Perspektive. Auch das ist nicht vollständig, auch hier fehlen viele andere Ebenen. Kein Wunder also, dass jeder in der westlichen Welt irritiert, verwirrt und orientierungslos ist. Mehr Information gibt es kaum im Alltag.

Sex hat jedoch verschieden Ebenen. Ich konnte viele Erkenntisse durch Ramthas Lehren gewinnen3, weil sie für mich am Plausibelsten waren.  Ich habe noch nicht alle Bücher dieser Welt gelesen, deshalb erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die erste Ebene ist die Triebebene, auf dieser Ebene geht es um  die rein körperliche Befriedigung, diese Ebene unterscheidet sich nicht von der Tierwelt. Es ist ein rein chemischer Prozess, durch einen Reiz erfolgt der Trieb. Männer befinden sich ursprünglich auf dieser Ebene. Auf der zweiten Ebene kann sich Sex als Krankheit zeigen. Wenn die sexuell Leidenschaft, im Laufe der Jahre nachgelassen hat, kann man zumindest Liebe und Aufmerksamkeit durch Krankheit gewinnen. Die dritte Ebene des Sex ist die Macht. Da Frauen zyklische Wesen, weil sie einmal im Monat den Eisprung haben sind, sind sie ausserhalb der Eisprungzeit relativ frei in ihrer Entscheidung, was Sex betrifft. Frauen befinden sich daher ursprünglich auf dieser Ebene. Die ersten drei Ebenen sind unbewusst und nicht spirituell. 

Eines der grössten Missverständnisse ist, dass Sex mit Liebe gleichgestellt wird. 

Sex ist nicht Liebe. Männer glauben zu lieben, weil sie Sex haben und Frauen glauben geliebt zu werden, weil sie Sex haben. Oft sind es jedoch die, die am wenigsten Lieben können, die am häufigsten Sex haben.

Es kann viele Gründe haben, warum jemand Sex hat. Die verschiedenen Hintergrundmotive sind demjenigen gar nicht bewusst. Er kann als Zweck dienen, das Selbstbewusstsein zu stärken – je mehr Partner, desto besser bin ich/fühle ich mich. Es kann zur Betäubung dienen. Geht es jemanden schlecht, so fühlt er sich zumindest für ein paar Minuten besser, nach dem Sex. Sex kann als Machtinstrument verwendet werden. Ich gebe Sex, bekomme etwas dafür – das kann materiell oder immateriell sein. Die Konsequenz daraus, wenn man Sex aus anderen Hintergrundmotiven einsetzt ist, dass man häufig betrogen wird. 

Das alles ist wertfrei. Nicht gut und nicht schlecht. Erkenntnisse über Sex helfen jedoch, sich selbst, den Partner, Probleme in der Partnerschaft etc zu verstehen. 

Erst durch Erweiterung des Bewusstseins, spirituelle Entwicklung, nach Auflösung des Egos kann man auf höhere Ebenen der Sexualität kommen. Verschmelzung, Ekstase etc. Das ist ein gemeinsamer Weg, in einer Partnerschaft, den man gemeinsam gehen muss. 

Abschliessend noch Gedanken für einen erfüllten Sex:

Betrachte deine Frau so, als wäre sie eine Göttin, betrachte deinen Mann so, als wäre er ein Gott. Gehe Sex nie in negativer Stimmung, in Wut, in Gefühllosigkeit, in Eifersucht, in Verärgerung, in Momenten der Angst heran.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.